Geschichte

GESCHICHTE: Sahagun im XI. Jahrhundert, historischer Knotenpunkt für die Bepflanzung neuer Weinberge

Die Bepflanzung des Weinbergs in dieser Gegend war für mich durch historische Romantik motiviert. Denn in diesen Ländereien des Camino de Santiago haben im XI. Jahrhundert die ersten Benediktinermönche aus Burgund den grossen Weinberg für die erste grosse Benediktiner-Abtei Spaniens in der Gegend von Sahagun (León) gepflanzt.
Möglicherweise kamen die Trauben aus den Weinbergen der Abtei von Cluny. Es war zu Beginn der Neuaufpflanzung von Weinbergen in Spanien nach dem Verschwinden der Pflanzungen durch die Muslime am Anfang des VIII. Jahrhunderts.

König Alfons VI. errichtete im XI. Jahrhundert seinen Hof in Sahagun. Als König von León vereinigt er León mit Kastilien und Galicien und bezeichnet sich zum ersten Mal Kaiser von ganz Spanien (Imperator totius Hispaniae). Er liess sich von ihren französischen Frauen, von den Benediktinern der Abtei wie auch vom bevorzugten Anliegen der römischen Päpste beeinflussen, das neue Spanien zu europäisieren. Sahagun kommt in diesem Moment eine historische Schlüsselbedeutung zu: Durch die sehr begehrte Umgestaltung des mozarabischen zum römischen Ritus, durch die Ausbreitung des Christentums in den neu erworbenen Gebieten und die Pflanzung neuer Reben.
Während des ganzen Mittelalters und der Renaissance überquerten diese Gegend Pilger aus ganz Europa, die in ihren Tagebüchern und Reiseberichten auch die ausgezeichnete Qualität der Weine von Sahagun dokumentierten, den sie als den „besten des Camino de Santiago“ bezeichneten. Eine überaus grosse Popularität genoss immer die riesige „Cuba“ der Abtei von Sahagun, die zusammen mit der von Heidelberg die zwei grossen Weinfässer der Christenheit waren.

Die Bezeichnung „Brandea“

Die BRANDEAS, auch Kontaktreliquien genannt, sind Stoffstücke, die seit den Anfängen der Kirche in Kontakt mit Reliquien von Märtyrern oder Heiligen gebracht wurden und somit einen verehrungswürdigen Charakter bekamen. Da es im Mittelalter während Jahrhunderten weder der Transport noch die Zerstückelung der Körper von Märtyrern erlaubt war, wurden die Brandeas unentbehrlich bei der Gründung neuer Tempel.
Durch Sahagun und den ganzen Camino de Santiago zogen Tausende von Gruppen mit Brandeas vorbei. Die aus Rom kommenden Gruppen pflegten bei neuen Kirchen, Kathedralen, Kapellen, Klöstern und Tempeln der ganzen Christenheit Brandeas auszuhändigen.
Diese Weinbezeichnung soll ein Symbol für die Beziehung zwischen diesem Wein und dem Camino de Santiago und der damit verbundenen verehrungswürdigen Tradition dieser Gegend darstellen.